Trix Express Modellbahnfreunde 



Die Geschichte von TRIX EXPRESS



Die Markteinführung von Trix Express 1932 bis 1941

"In Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Bing-Geschäftsführer Stephan Bing, Siegfried Kahn und anderen ehemaligen Mitarbeitern der Firma Bing wurde ab 1932 die Trix Express Modelleisenbahnen entwickelt und 1934 mit der Produktion begonnen.

Die Trix Express-Bahn kann als konsequente Weiterentwicklung der ab 1922 von Bing produzierten "Tischeisenbahn" angesehen werden; viele Details verraten die Herkunft. Die Bing-Tischeisenbahn hatte bereits eine Spurweite von 16 mm und zunächst Uhrwerkslokomotiven, später sogar auch elektrische Lokomotiven und eine elektrisch isolierte Mittelschiene.

Im März 1935 wurde Trix Express auf der Leipziger Frühjahrsmesse, damals noch in der sog. Spur 00, der Öffentlichkeit vorgestellt. Trix Express hatte von Anfang an das Dreischienen-Dreileiter-Gleis auf Bakelitkörper und ermöglichte zunächst einen Zweizugbetrieb auf einem Gleis. Die erste Trix Express-Lok 20/51 mit Vollscheibenrädern aus dem Jahr 1935 ist heute sehr gefragt. Märklin konnte die eigenen Serienmodelle der Spur 00-Bahn erst zur Leipziger Herbstmesse 1935 vorstellen, obwohl bei der Frühjahrsmesse schon einige Handmuster von verschiedenen Modellen gezeigt wurden.

Zwei Trix-Express-Züge auf Bakelitgleisen - Wechselstromepoche ca. 1936/37
Zwei Trix-Express-Züge auf Bakelitgleisen - Wechselstromepoche ca. 1936/37

In dieser Epoche waren Gleichstrommotoren bei Modellbahnen noch nicht üblich; entweder fuhr man mit Uhrwerkantrieb oder mit 14V bis 20V Wechselstrom. Noch früher wurde der Lichtstrom von 220V oder 110V sogar direkt - ohne Transformator - in die Spielzeugeisenbahn eingespeist; die Betriebsspannung wurde mithilfe von Lampenwiderständen auf rd. 60V reduziert. Aus Sicherheitsgründen wurde dies bald aufgegeben. Die Trix-Express-Lokomotiven wurden zunächst mit 14V Wechselstrom betrieben. Genauer gesagt wurden Allstrommotoren verwendet, bei denen ein Richtungswechsel nur durch zusätzliche Einrichtungen möglich ist. Bei Trix Express wurde die Fahrrichtungsumschaltung durch einen Spannungsabfall realisiert, wobei anschließend kurzzeitig mit der vollen Betriebsspannung von 14V über eine Schaltklinke und ein Schaltrad eine Schaltwalze weitergedreht wird. Märklin hat diese Fahrtrichtungsumschaltung später mit einem Überspannungsstoß von 24V umgesetzt.

Bahnhof Trixstadt aus Holz - Vorkrieg
Bahnhof Trixstadt aus Holz - Vorkrieg

Die Nachfrage nach der neuen Trix-Modellbahn war unerwartet hoch. Bis 1940/41 boomte der Verkauf. Trix konnte für die Spur 00 zahlreiche Neuerungen entwickeln, so z. B. 1937 den fahrtrichtungsabhängigen Lichtwechsel im Triebwagen 20/58 und im gleichen Jahr die große Schnellzuglok 20/57 mit der realen Achsfolge 2´C 1´ (bislang wurden die Loks mit reduzierter Achszahl vereinfacht gebaut) und lange Schnellzugwagen. 1939 folgte dann die automatische Standard-Kupplung an allen Loks und Wagen, das fernsteuerbare Entkupplungsgleis 20/12 sowie die fernsteuerbare Trix-Automatik-Kupplung an der Schnellzuglok 20/59. Hiermit konnte nun sogar an jeder beliebigen Stelle der Anlage entkuppelt werden. 1939 wurden auch elektrische Signale und Schalter mit Zugbeeinflussung auf den Markt gebracht. Als letzte Neuentwicklung vor der kriegsbdingten Zwangspause wurde 1940 die Tenderlok 20/56 mit der Super-Automatik (an beiden Enden fernsteuerbare Trix-Automatik-Kupplung) und einem besonderen Getriebe herausgebracht.

Stephan Bing und Siegfried Kahn waren deutsche Juden. Durch die Nürnberger Rassegesetze waren sie 1938 gezwungen, ihren Anteil am Trix-Werk zu verkaufen, und emigrierten nach England. Dort waren sie mit Unterstützung von W.J. Basset Lowke maßgeblich am Ausbau der englischen Trix-Modelleisenbahn, der Trix Twin Railways (TTR) tätig. Es ist verblüffend, dass wichtige Ersatzteile weiterhin problemlos zwischen der deutschen Trix-Express-Eisenbahn und der englischen Trix Twin Railways ausgetauscht werden können. Ebenfalls überraschend ist, dass das deutsche Trix-Werk noch bis Kriegsbeginn Fahrgestelle für die zweiachsigen Loks nach England zu TTR lieferte (die Fahrgestelle wurden durch den Schriftzug "Foreign" als Importware gekennzeichnet). Das deutsche Unternehmen wurde 1938 von Ernst Voelk erworben und trug die Firmenbezeichnung TRIX Vereinigte Spielwarenfabriken Andreas Förtner und J.Haffner's Nachf. Durch die Übernahme der Firma durch Ernst Voelk besaß Trix seit 1938 (bis 1962) auch den traditionsreichen Hersteller von Blechspielzeug Johann Distler.

Triebwagen 20/58, Bj. 1937 bis 1955, hier eine Nachkriegsausführung
Triebwagen 20/58, Bj. 1937 bis 1955, hier eine Nachkriegsausführung

Für Trix Express wurde auch umfangreiches Zubehör sowohl durch Trix selbst als auch durch andere Firmen produziert. Zu den von Trix vertriebenen Gebäuden zählten z. B. der Bahnhof "Trixstadt" sowie dazu passend ein überdachter Bahnsteig, ein Güterschuppen und ein Lokschuppen. Ein Jahr später wurde der große Bahnhof "Trixburg" mit großer Bahnsteighalle herausgebracht. Alle Gebäude waren aus Holz gefertigt und sind heute bei Sammlern sehr gefragt. Es wird allerdings vermutet, dass die Holzgebäude nicht durch Trix selbst, sondern durch Zulieferer produziert wurden. Bislang ist es aber nicht bekannt, wer der Zulieferer war. Inzwischen tauchen perfekte Nachbauten dieser gefragten Holzgebäude auf Sammlerbörsen oder auf Internet-Auktionen auf.

Darüber hinaus gab es eine enge Zusammenarbeit mit der Firma Kibri, die ihre Blechgebäude (Bahnhöfe, Bahnsteige, Brücken, Stellwerke) mit kleinen Änderungen in Farbgebung und Gestaltung auch durch Trix vertreiben ließ. Im Lieferprogramm war u. a. das bekannte und gesuchte Brückenstellwerk mit aufgesetzten Signalen.

Ab 1940/41 kam die Spielwarenindustrie in Deutschland schrittweise zum Erliegen. Es gab noch einen Trix-Katalog 1939/40 und einen Trix-Express-Dienst vom Oktober 1940. Noch vor dem Weihnachtsfest 1940 wurde die bereits erwähnte Tenderlok 20/56 auf den Markt gebracht. Eine letzte Lieferankündigung vom Februar 1941 ist bekannt, in der ein bereits reduziertes Trix Express-Programm den Händlern angeboten wird, aber auch schon weitere Einschränkungen angekündigt werden. In welchem Umfang und wie lange tatsächlich noch geliefert werden konnte, ist heute nicht mehr bekannt. Zumindest die Tenderlok 20/56 ist noch in gewissen Stückzahlen in der 1940/41er Version gebaut worden.

Auch die Trix-Produktionsstätten mussten nun auf die Fertigung von Rüstungsgütern, insbesondere feinmechanische und thermoelektrische Geräte umstellen (z. B. Morseapparate, Feldtelefone). Mit zunehmender Eskalation der Kriegshandlungen stieg auch für Nürnberg das Risiko, Ziel von Luftangriffen zu werden. Nürnberg war dabei einerseits als wichtiger Industriestandort und Eisenbahnknotenpunkt ein bevorzugtes strategisches Ziel und gleichzeitig durch die Nürnberger Reichsparteitage und Rassegesetze ein Ziel mit hoher symbolischer Bedeutung für die alliierten Luftstreitkräfte. Aufgrund der akuten Bedrohung erfolgte Anfang 1943 die Verlagerung der Produktion in die ländliche Umgebung Nürnbergs, nach Spalt. Im Zuge dieser Maßnahme wurde auch ein Teil der bereits fertiggestellten Spielzeugartikel (Trix-Express-Eisenbahnen, Metallbaukästen und Zubehör) dort eingelagert. Die Produktionsstätten in Nürnberg, Kobergerstraße 15, erhielten im Frühjahr 1945 mehrere Treffer von Spreng- und Phosphorbomben. Das Inferno war derart heftig, dass die in den Tresoren eingelagerten Handmuster einschließlich der Konstruktionspläne und Zeichnungen vollständig verglühten. Ebenso gravierend waren die Schäden an den Gebäuden, die nach Kriegsende nicht mehr genutzt werden konnten.


Neubeginn ab 1948 und zweite Blütezeit in den 1950er Jahren 

Erst im Jahr 1948 wurde die Aufnahme der Spielwarenproduktion von Eisenbahnen und Metallbaukästen wieder möglich. Trotz der gerade vollzogenen Währungsreform war die Nachfrage an Spielwaren zum Weihnachtsfest 1948 unerwartet groß. Glücklicherweise konnte Trix nun auch auf die in Spalt ausgelagerten, unzerstörten Warenbestände zurückgreifen, um die Kunden wieder zu gewinnen. Mit den Umsätzen und Gewinnen dieses Weihnachtsgeschäfts wurde ein wichtiger Grundstein für den Wiederaufbau der Spielwarenproduktion in Nürnberg gelegt. Im Frühjahr 1949 lief die Spielwarenproduktion bei Trix wieder in größerem Umfang an. Bereits Ende 1949 war bis auf wenige Modelle das gesamte Vorkriegsprogramm (das Wechselstromsystem) wieder lieferbar. Für die Entwicklung neuer Trix-Produkte war noch keine Zeit." ( http://de.wikipedia.org/wiki/Trix )

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